What’s Love got to do with it?

In meiner Auseinandersetzung mit mir selbst, habe ich intensiv dar├╝ber nachgedacht und hineingesp├╝rt, welche Werte ich leben will und welche Bed├╝rfnisse ich habe.

Es stellt sich also heraus, dass mir Liebe und Geborgenheit am wichtigsten sind. Als gelernte Zynikerin war mir diese Erkenntnis eher abschreckend als hilfreich. Ein liebloses Achselzucken, ├Ąhnlich als w├╝rde ich mein Horoskop in einer Frauenzeitschrift lesen, konnte dieses Ergebnis als Reaktion hervorrufen.

So what?

Bei n├Ąherer Betrachtung allerdings muss zugeben, dass es wohl stimmt. Nicht nur f├╝r mich, sondern auch f├╝r viele andere Menschen. So hat es Abraham Maslow zumindest in seiner Bed├╝rfnispyramide schon in den 60er Jahren dargestellt.

Oft w├╝nschte ich, ich w├Ąre anders, erhabener ├╝ber andere Menschen und deren Bed├╝rfnisse. ├ťberspitzt gesagt: Ich w├Ąre gene weniger Affe und mehr Gott.

Nach l├Ąngerer Auseinandersetzung mit meinem leicht gr├Â├čenwahnsinnigen Anspruch, komme ich auf den Boden der Tatsachen zur├╝ck. Umso mehr ich dar├╝ber nachdenke, umso mehr wehre ich mich gegen die Zuschreibung der Banalit├Ąt. Im Gegenteil: das Erleben von N├Ąhe, Vertrauen und Liebe, sind jene, aus denen ich Kraft sch├Âpfe, mich vollst├Ąndig f├╝hle und angenommen. Intimit├Ąt, Liebe und Geborgenheit sind Empfindungen, die mir wertvoll sind. Das Vertrauen, die liebevolle Sicherheit, die ich in meiner Partnerschaft pflege, sind so delikat f├╝r mich und so essentiell, dass ich es h├╝te wie einen kostbaren Schatz.

Ich merke auch, dass es nichts Selbstverst├Ąndliches ist, solche Erfahrungen machen zu k├Ânnen. Lieben zu k├Ânnen, Loslassen zu k├Ânnen. Sich auf einen anderen Menschen einlassen zu k├Ânnen. Zu vertrauen, eine w├╝rdevolle Sexualit├Ąt zu leben, bedingungslos zu lieben und geliebt zu werden. Viele Menschen erleben das nur br├╝chst├╝ckhaft oder werden in ihrer Verletzlichkeit missbraucht.

Was nun?

Ich erkenne also, oder sagen wir besser – anerkenne, wie essentiell Liebe und Geborgenheit ist. Nicht nur f├╝r mich, sondern auch f├╝r die meisten anderen Menschen.

Dann bleibt nur noch die Frage: Wenn wir N├Ąhle, Liebe und Geborgenheit als ein wesentliches Bed├╝rfnis und N├Ąhrboden f├╝r Wachstum von Menschen akzeptieren, warum ist das dann ein Bed├╝rfnis, das auf das Privatleben beschr├Ąnkt ist?

Ein Gedankenspiel: Wie w├╝rde ein Unternehmen agieren, in dem Vertrauen und Sicherheit ein wertvolles Gut w├Ąren? Wie w├╝rden sie Entscheidungen treffen? Wie mit Krisen umgehen? Wie mit der “Ressource” Mensch? Wie w├╝rden Arbeitspl├Ątze und Arbeitszeiten sich ver├Ąndern? Welche Art der F├╝hrung w├╝rde gelebt? Wie w├╝rden sich Menschen im Arbeitskontext verhalten, die sich angenommen und akzeptiert f├╝hlten? Welche Produkte und Dienstleistungen w├╝rden entstehen?

Lasst mich wissen, was ihr dazu denkt.

Yours,

Florence

The Joker’s Wife

Die Figur des Jokers ├╝bt eine Faszination auf mich aus, irritiert und reizt mich. Ist es die schauspielerische H├Âchstleistung eines Joaquin Phoenix, Heath Ledgers oder Jared Letos? Oder eher das Konzept des Herrschers ├╝ber das Chaos – bzw. in diesem Fall eher die Unbeherrschbarkeit des Chaos.

Todd Phillips, Regisseur des 2019 herausgekommenen Films “Joker” sagt, dass die Figur des Jokers in seinen Augen “f├╝r Chaos steht. Und auf eigenartige Weise auch f├╝r Freiheit.”

Der Vollst├Ąndigkeit halber m├Âchte ich festhalten, dass es nat├╝rlich nicht erstrebenswert ist, Menschen vor moralische Dilemmata zu stellen geschweige denn, Gewalt anzuwenden.

Gleichzeitig fesselt mich die Figur, egal in welcher genialen Darstellung. Vielleicht ist es dieses Ungebundene, das Niederrei├čen von Regeln, von Beschr├Ąnkungen, Handlungsmustern, des Erwartbaren, dass mich an der Idee des Jokers so fasziniert. Die Freiheit im Schaffen dessen, was nicht denkbar war, die Energie, die frei wird f├╝r Neues, Unverbrauchtes. Frei nach dem Motto: Wenn nichts mehr gilt, was entsteht dann?

Jetzt muss dieses Zerst├Âren, ja nicht unbedingt mit Mord, Totschlag und Superhelden einhergehen. Selbst in der ├ľkonomie ist das Konzept der Sch├Âpferischen Zerst├Ârung mit Joseph Schumpeter prominent vertreten. Zerst├Ârung ist notwendig, damit etwas Neues geschaffen wird.

Auch in Otto Scharmer’s Theory U, gibt es den Punkt des Loslassens an der tiefsten Stelle der Transformation, dem Nadel├Âhr.

Pass through the eye of the needle. At the deepest point of each U journey is a threshold. Crossing that threshold, passing through the eye of the needle, can feel like dying and being reborn. if we want to go through the eye of the needle at the bottom of the U, we have to let go of everything and offload all the baggage that isnÔÇÖt essential.

Otto Scharmer, Theory U.

Die Kraft der Zerst├Ârung zur Schaffung des Neuen. Also, was kann ich vom Joker lernen?

Ein Gedankenspiel: Wie w├╝rde ich mich verhalten, w├Ąre ich die Frau des Jokers? Was in meinem Leben, w├╝rde ich zerst├Âren, umrei├čen, loslassen? Von welchen Erwartungen w├╝rde ich mich befreien, von welchen Gedanken trennen? Wie w├╝rde sich das Chaos anf├╝hlen? Wie die absolute Freiheit? Zuletzt die Frage: Was k├Ąme danach? Was w├╝rde entstehen?

Wenn die Zerst├Ârung notwendig ist, um Neues zu erschaffen – Why is my husband so f***ing scary?

Yours,

Florence