The Joker’s Wife

Die Figur des Jokers übt eine Faszination auf mich aus, irritiert und reizt mich. Ist es die schauspielerische Höchstleistung eines Joaquin Phoenix, Heath Ledgers oder Jared Letos? Oder eher das Konzept des Herrschers über das Chaos – bzw. in diesem Fall eher die Unbeherrschbarkeit des Chaos.

Todd Phillips, Regisseur des 2019 herausgekommenen Films “Joker” sagt, dass die Figur des Jokers in seinen Augen “für Chaos steht. Und auf eigenartige Weise auch für Freiheit.”

Der Vollständigkeit halber möchte ich festhalten, dass es natürlich nicht erstrebenswert ist, Menschen vor moralische Dilemmata zu stellen geschweige denn, Gewalt anzuwenden.

Gleichzeitig fesselt mich die Figur, egal in welcher genialen Darstellung. Vielleicht ist es dieses Ungebundene, das Niederreißen von Regeln, von Beschränkungen, Handlungsmustern, des Erwartbaren, dass mich an der Idee des Jokers so fasziniert. Die Freiheit im Schaffen dessen, was nicht denkbar war, die Energie, die frei wird für Neues, Unverbrauchtes. Frei nach dem Motto: Wenn nichts mehr gilt, was entsteht dann?

Jetzt muss dieses Zerstören, ja nicht unbedingt mit Mord, Totschlag und Superhelden einhergehen. Selbst in der Ökonomie ist das Konzept der Schöpferischen Zerstörung mit Joseph Schumpeter prominent vertreten. Zerstörung ist notwendig, damit etwas Neues geschaffen wird.

Auch in Otto Scharmer’s Theory U, gibt es den Punkt des Loslassens an der tiefsten Stelle der Transformation, dem Nadelöhr.

Pass through the eye of the needle. At the deepest point of each U journey is a threshold. Crossing that threshold, passing through the eye of the needle, can feel like dying and being reborn. if we want to go through the eye of the needle at the bottom of the U, we have to let go of everything and offload all the baggage that isn’t essential.

Otto Scharmer, Theory U.

Die Kraft der Zerstörung zur Schaffung des Neuen. Also, was kann ich vom Joker lernen?

Ein Gedankenspiel: Wie würde ich mich verhalten, wäre ich die Frau des Jokers? Was in meinem Leben, würde ich zerstören, umreißen, loslassen? Von welchen Erwartungen würde ich mich befreien, von welchen Gedanken trennen? Wie würde sich das Chaos anfühlen? Wie die absolute Freiheit? Zuletzt die Frage: Was käme danach? Was würde entstehen?

Wenn die Zerstörung notwendig ist, um Neues zu erschaffen – Why is my husband so f***ing scary?

Yours,

Florence

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